Herkunft
Die Nelore-Rasse stammt aus der Region Ongole im Bundesstaat Madras und trägt denselben Namen: Ongole. Unter den verschiedenen Importen sticht der Import von 1962 hervor, als die folgenden Zuchtbullen eingeführt wurden: Karvadi, Kurupathi, Godhavari, Golias, Taj Mahal und Rastã. Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit an das tropische Klima, ihres ausgeprägten Verteidigungsinstinkts und der hervorragenden Überlebensfähigkeit ihrer Nachkommen eroberte die Nelore-Rasse schnell den brasilianischen Markt und stellt heute etwa 76 % der bei der ABCZ registrierten Tiere dar. Sie trägt zu rund 80 % der brasilianischen Fleischproduktion bei.
Merkmale
Die Nelore-Rasse zeichnet sich durch ihr weißes, graues und grau geflecktes Fell aus, wobei rote, gelbe oder schwarze Fellfarben in verschiedenen Schattierungen zulässig sind. Rüden haben in der Regel dunklere Gliedmaßen, kurze, waagerechte, spitz zulaufende Ohren und bewegen sich stets lebhaft und nach vorn gerichtet.
Der sargförmige Kopf und das leicht konvexe Profil sind charakteristische Merkmale. Bei dunkel gefärbten Hörnern sind größere Abweichungen zulässig, sofern sie kurz, flach und im Querschnitt oval sind, dem Profil des Kopfes folgen und niemals nach vorne zeigen.
Bei männlichen Tieren ist der Buckel in Form einer Cashewnuss ausgebildet, bei weiblichen Tieren hingegen kleiner und zierlicher. Seit 1969 ist Hornlosigkeit bei Nelore-Rindern erlaubt, was diese Rasse zu einer hervorragenden Option für Züchter macht, die hornlose Tiere wünschen. Das Vorhandensein einer Wamme ist bei dieser Rasse zulässig.
Vorteile
Die weiblichen Tiere zeichnen sich durch hohe Fruchtbarkeit und ausgezeichnete Kalbeleistung aus. Die Kälber sind von Geburt an sehr aktiv, stehen schnell auf und suchen aktiv die Brust. Die Bullen verfügen über einen für die extensive Zucht geeigneten Nabel und eine ebensolche Vorhaut, wobei eine hohe Libido ein auffälliges Merkmal dieser Rasse ist.
Nelore-Rinder zeichnen sich durch hohe Reife, sowohl in Bezug auf die Geschlechtsreife als auch auf die Schlachtkörperproduktion, eine gute Futterverwertung und große Robustheit aus und passen sich verschiedenen Regionen an. Gewichtszunahmen von über 1.000 Gramm pro Tag sind üblich. Im Alter von 36 Monaten erreichen weibliche Tiere ein Gewicht von 570 kg und männliche Tiere über 790 kg.